AIRTANKER – die fliegende Feuerwehr in den USA der 1990er Jahre
Die Bekämpfung von Wald- und Buschbränden aus der Luft hat in Nordamerika eine lange Tradition. Erste Versuche fanden bereits in den 1920/1930ern statt. Seit Mitte der 1950er ist sie fester Bestandteil der Feuerwehr, vor allem in den westlichen US-Bundesstaaten sowie in Canada, aber auch in südeuropäischen Ländern.
Die Löschfliegerei fand ich schon immer faszinierend, weil dafür während vieler Jahrzehnte fast ausschliesslich ehemalige Militärflugzeuge eingesetzt wurden und so eine sinnvolle Zweitverwendung fanden.
Ab 1989 war ich mehrmals in den USA und in Canada unterwegs, um - nicht nur, aber auch - Foto-Jagd auf Löschflugzeuge zu machen. Nachfolgend ein Auszug meiner "Beute" aus jenen Tagen. Es sind ausschliesslich Digitalscans von seeeeehr analogen Dias – die älteren Besucher mögen sich vielleicht noch an diese Dinger erinnern. Typen, Kennung und Aufnahmedatum werden beim Öffnen der Galerienbilder sichtbar.
Die Dienstleister
Zuerst jene Fluggeräte, die eher indirekt mit der Feuerbekämpfung zu tun hatten. Sie wurden für den Transport von Equipment und Personal, aber auch für das Absetzen von an Fallschirmen hängenden Feuerwehrmännern, sogenannten „Smokejumpers“, verwendet. Die C-23 Sherpa waren damals noch relativ neu und stammten aus Beständen der U.S. Airforce.
Die Spotter
Als „Aufklärer“ oder sogenannte „Spotter“ für die eigentlichen Löschflieger werden diverse Leichtflugzeuge eingesetzt. Das CDF (California Department of Forestry) z.B. verwendet(e) dafür hauptsächlich Vietnam-Veteraninnen: bis etwa Mitte der 1990er die Cessna O-2 Skymaster, danach – und übrigens bis heute - die leistungsstärkere Rockwell OV-10 Bronco.
Die kleinen Kraftpakete
Die etwas pummelig aussehende Grumman S-2 Tracker, ein ehemaliger trägerbestützter U-Boot-Jäger, fand nicht nur in den USA, sondern auch in Canada und Südfrankreich Verwendung als Löschflieger. Durch die kompakte Bauweise konnte sie auch von kleineren Flugplätzen aus operieren. Aktuell sind noch recht viele Tracker im Einsatz, wenn auch fast nur noch solche mit Propellerturbinen.
Der „Meeresgott"
Die Lockheed P2V oder P-2 Neptune war in den 1990ern ein noch recht häufig anzutreffender Airtanker. Bis auf die Firma Aero Union behielten alle Operators die Hilfs-Jet-Triebwerke unter den Flügeln bei. Heute fliegen keine Neptune-Löschflieger mehr. Die „Überlebenden“ wurden allesamt an Museen abgegeben oder verschrottet.
Der Rosinenbomber
Die Douglas C-54 (die militärische Version der DC-4), berühmt geworden als „Rosinenbomber“ während der Berliner Luftbrücke von 1948/49, war in den 1990ern der am häufigsten anzutreffende Viermot unter den Löschfliegern.
Der erste Nachkriegs-Propliner
Nach der DC-4 / C-54 war es irgenwie logisch, dass auch die etwas jüngere DC-6 den Weg in die Löschfliegerei finden finden musste.
Der ultimative Propliner
Als letzter Propliner aus dem Hause Douglas wurden auch einige DC-7 zu Airtankern umgebaut. Meines Wissens stehen heute (2025) keine mehr im Einsatz.
Die Hercules
Die Lockheed C-130 Hercules stand und steht noch immer in riesigen Stückzahlen zur Verfügung, sodass es fast logisch war, dass auch dieses Transportflugzeug den Weg zu den zivilen Löschfliegern finden würde. Noch heute sind einige mit hochmoderner Technik nachgerüstete Exemplare im Einsatz.
Die Orion
Die Hercules war der einzige Löschlieger mit Turboprop-Antrieb, bis anfangs der 1990er die Lockheed P-3A Orion aus Beständen der US Navy übernommen wurde. Nach jahrzehntelangem Einsatz wurden die letzten Exemplare 2025 verschrottet. In Canada fliegen derzeit mit der L-188 Electra noch einige ihrer zivilen "Schwestern".
Die letzten ihrer Art
Die Consolidated PB4Y-2 Privateer waren die letzten viermotorigen Weltkriegsbomber, die als Löschflieger verwendet wurden. Eine knappe Handvoll von ihnen stand noch in den 1990ern während jeder Waldbrandsaison bereit. Als im Jahr 2001 der Tanker „123“ während eines Einsatzes auseinanderbrach, bedeutete dies das Ende für die betagten Maschinen. Den bekannten Operator „Hawkins & Powers“ trieb das in den Konkurs, nachdem die Firma im selben Jahr nicht nur diese Privateer, sondern auch noch eine ihrer C-130 verlor. Nur der ehemalige Tanker „121“ fliegt heute noch als spektakulärer Warbird - wenn auch in „diskreteren“ Farben.
Nicht von der Venus, sondern vom Mars!
Die Martin JRM Mars war lange Zeit mit einem Fassungsvermögen von über 27'000 Litern Wasser das weltweit grösste Löschflugzeug, und man ging davon aus, dass die zwei letzten Exemplare bis 2030 eingesetzt werden könnten. Es reichte nicht ganz. Beide Maschinen wurden 2024/2025 an Museen übergeben, nachdem sie bereits einige Jahre zuvor keine Löscheinsätze mehr geflogen hatten.
Die Spezialisten
Die aus der Canadair CL-215 entstandene CL-415 wurde speziell als Löschflugzeug entwickelt. Als Amphibium ist sie vielseitig einsetzbar, da sie Löschmittel alternativ direkt von Gewässern aufnehmen oder auch auf Landbasen nachgetankt werden kann. Der Bundesstaat Kalifornien least immer mal wieder welche kanadische Maschinen, wie diese zwei Exemplare.
Die „Pensionierten“
Auf meinen „Streifzügen“ bin ich auch vielen nicht mehr aktiven Löschfliegern begegnet, die bereits in Museen standen oder abgestellt auf bessere Zeiten warteten. In Billings, Montana waren z. B.die B-26 abgestellt, die in Steven Spielbergs „Always“ zu Filmehren gekommen waren.
![]()
![]()
![]()
photo viewer html flash makerby VisualLightBox.com v5.7
Fragen oder Bemerkungen? Zuschriften bitte an airtanker(at)bluewin.ch. Herzlichen Dank!
zur Hauptseite "Jets are for Kids"